Trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Was ist eine trockene AMD?

Die trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Form der Makulaerkrankung und betrifft vor allem Menschen im höheren Lebensalter. Sie entwickelt sich meist langsam über viele Jahre hinweg und bleibt anfangs häufig unbemerkt. Betroffen ist die sogenannte Makula – der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Ohne eine gesunde Makula wären Tätigkeiten wie Lesen, Autofahren, das Erkennen von Gesichtern oder das Arbeiten am Computer kaum möglich.

Bei der trockenen AMD kommt es zu Veränderungen im Stoffwechsel der Netzhaut. Abbauprodukte werden nicht mehr ausreichend entfernt und lagern sich als sogenannte Drusen unter der Netzhaut ab. Diese Ablagerungen gelten als typische frühe Zeichen der Erkrankung. Im weiteren Verlauf wird die Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen zunehmend schlechter. Dadurch sterben empfindliche Sinneszellen langsam ab.

Viele Patienten erschrecken nach der Diagnose und fragen sich: „Werde ich blind?“ Die trockene AMD führt in der Regel nicht zur vollständigen Erblindung, da das seitliche Gesichtsfeld meist erhalten bleibt. Dennoch kann die Erkrankung den Alltag erheblich beeinträchtigen, da insbesondere das zentrale Sehen betroffen ist.

Wie macht sich die trockene AMD bemerkbar?

Die Erkrankung beginnt häufig schleichend. Viele Betroffene bemerken zunächst nur leichte Veränderungen ihres Sehens. Typisch ist, dass das Lesen anstrengender wird oder mehr Licht benötigt wird. Farben wirken oft blasser und Kontraste werden schlechter wahrgenommen.

Im weiteren Verlauf treten häufig folgende Beschwerden auf:

  • verschwommenes Sehen
  • Schwierigkeiten beim Lesen
  • verzerrte Buchstaben
  • Probleme beim Erkennen von Gesichtern
  • schlechteres Kontrastsehen
  • erhöhter Lichtbedarf
  • langsamere Anpassung an Dunkelheit

Viele Patienten berichten beispielsweise, dass sie Gesichter zwar sehen, aber nicht mehr klar erkennen können. Gerade Linien erscheinen manchmal leicht verzerrt oder Buchstaben verschwimmen beim Lesen.

Im fortgeschrittenen Stadium kann sich in der Mitte des Sichtfeldes ein unscharfer oder dunkler Bereich entwickeln. Das seitliche Sehen bleibt jedoch meist erhalten, sodass die Orientierung weiterhin möglich ist.

typische symtoome einer AMD

Wer ist besonders gefährdet?

Der wichtigste Risikofaktor für die trockene AMD ist das Alter. Besonders häufig tritt die Erkrankung ab dem 60. Lebensjahr auf. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • familiäre Vorbelastung
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • starke UV-Belastung

wer ist gefährdet AMD

Rauchen gilt als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Raucher erkranken häufig früher und schwerer an AMD als Nichtraucher.

Auch eine ungesunde Ernährung mit wenig Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann die Gesundheit der Netzhaut negativ beeinflussen.

Was passiert bei der trockenen AMD im Auge?

Die Netzhaut gehört zu den stoffwechselaktivsten Geweben des Körpers. Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit der Netzhaut nachlassen, Stoffwechselprodukte ausreichend abzubauen. Dadurch entstehen Ablagerungen unter der Netzhaut, die sogenannten Drusen.

Diese Drusen behindern die Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Besonders betroffen sind die Fotorezeptoren – also die lichtempfindlichen Sinneszellen, die für das scharfe Sehen verantwortlich sind.

Mit der Zeit werden diese Zellen geschädigt und sterben langsam ab. Dadurch verschlechtert sich das zentrale Sehvermögen zunehmend. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich eine sogenannte geografische Atrophie entwickeln. Dabei sterben größere Bereiche der Netzhaut dauerhaft ab.

 

Symptome feuchte Makuladegeneration

was passiert bei amd im auge

Viele Betroffene fragen sich: „Kann die trockene AMD plötzlich schlimmer werden?“ In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung langsam. Allerdings kann sich aus einer trockenen AMD eine feuchte AMD entwickeln. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen besonders wichtig.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Viele Patienten fragen sich, ob die Ernährung Einfluss auf die trockene AMD hat. Tatsächlich zeigen Studien, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung die Netzhaut unterstützen kann.

Besonders empfohlen werden:

  • grünes Blattgemüse
  • Spinat
  • Grünkohl
  • Brokkoli
  • Fisch mit Omega-3-Fettsäuren
  • Nüsse
  • Obst und Gemüse

Diese Lebensmittel enthalten wichtige Antioxidantien wie Lutein und Zeaxanthin. Diese Stoffe kommen natürlicherweise auch in der Makula vor und könnten die Netzhaut vor schädlichen Einflüssen schützen.

Zusätzlich wird empfohlen:

  • nicht zu rauchen
  • regelmäßig Sport zu treiben
  • Blutdruck und Cholesterin zu kontrollieren
  • UV-Schutz durch Sonnenbrillen zu verwenden

Viele Patienten interessieren sich außerdem für Nahrungsergänzungsmittel. Bestimmte Präparate mit Vitaminen und Antioxidantien können bei einigen Patienten sinnvoll sein. Ob diese geeignet sind, sollte jedoch individuell mit dem Augenarzt besprochen werden.

Wie wird die trockene AMD erkannt?

Die trockene AMD verursacht in frühen Stadien oft keine Beschwerden. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.

Der Augenarzt untersucht die Netzhaut mit speziellen Geräten und kann erste Veränderungen häufig früh erkennen. Besonders wichtig ist heute die sogenannte OCT-Untersuchung (Optische Kohärenztomographie).

Die OCT erstellt hochauflösende Schnittbilder der Netzhaut und zeigt:

  • Drusen
  • Netzhautverdünnungen
  • Flüssigkeitsansammlungen
  • frühe Gewebeveränderungen

Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

Zusätzlich wird häufig ein Amsler-Gitter-Test durchgeführt. Dabei betrachtet der Patient ein kariertes Raster. Erscheinen Linien verzerrt oder fehlen Bereiche, kann dies auf Veränderungen der Makula hinweisen.

Gibt es eine Behandlung der trockenen AMD?

Viele Patienten fragen nach der Diagnose sofort: „Kann die trockene AMD geheilt werden?“ Derzeit gibt es leider noch keine heilende Therapie. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Fortschreiten zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen
  • Rauchverzicht
  • gesunde Ernährung
  • Schutz vor UV-Strahlung
  • Bewegung
  • Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker

Zusätzlich helfen viele Sehhilfen im Alltag:

  • Lupen
  • Bildschirmlesegeräte
  • vergrößernde Brillen
  • spezielle Leselampen
  • elektronische Hilfsmittel

Viele Patienten profitieren außerdem von Sehbehindertenberatungen oder speziellen Trainingsprogrammen.

Neue Erkenntnisse und moderne Forschung

In den letzten Jahren hat die Forschung zur trockenen AMD große Fortschritte gemacht. Wissenschaftler untersuchen intensiv neue Behandlungsmöglichkeiten, um das Fortschreiten der Erkrankung künftig besser zu bremsen.

Besonders im Fokus stehen:

  • Medikamente gegen Entzündungsprozesse
  • Gentherapien
  • Stammzelltherapien
  • neue Schutzmechanismen für Netzhautzellen

Für bestimmte fortgeschrittene Formen der trockenen AMD wurden in einigen Ländern bereits neue Medikamente zugelassen, die das Fortschreiten der geografischen Atrophie verlangsamen können. Die Forschung entwickelt sich derzeit sehr dynamisch.

Auch moderne Bildgebungstechniken verbessern die Früherkennung deutlich. Dadurch können Veränderungen heute wesentlich früher erkannt werden als noch vor einigen Jahren.

Leben mit trockener AMD

Die Diagnose einer trockenen AMD bedeutet für viele Menschen zunächst eine große Verunsicherung. Viele Patienten haben Angst, ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Erkrankung häufig langsam verläuft und moderne Hilfsmittel den Alltag deutlich erleichtern können.

Hilfreich im Alltag sind:

  • gute Beleuchtung
  • große Schriftgrößen
  • kontrastreiche Darstellung
  • Vorlesefunktionen auf Smartphone oder Tablet
  • strukturierte Wohnräume
  • regelmäßige Augenarztkontrollen

Viele Betroffene können trotz AMD weiterhin aktiv und selbstständig leben. Entscheidend sind eine frühe Diagnose, regelmäßige Kontrollen und ein bewusster Umgang mit der eigenen Augengesundheit.

Was ist eine trockene AMD 16. Mai 2026