AREDS- beziehungsweise AREDS2-Studie, also eine der wichtigsten Studien zur trockenen altersbedingten Makuladegeneration.
Die AREDS- und AREDS2-Studien gehören zu den wichtigsten Studien zur trockenen altersbedingten Makuladegeneration. In diesen Studien wurde untersucht, ob bestimmte hochdosierte Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.
Wichtig ist dabei: Die Studien zeigten keine Heilung der trockenen Makuladegeneration. Auch bereits verlorene Sehschärfe konnte dadurch in der Regel nicht wiederhergestellt werden. Die zentrale Frage war vielmehr, ob man das Risiko senken kann, dass eine bestehende AMD weiter fortschreitet und in ein schwereres Stadium übergeht.
In der ursprünglichen AREDS-Studie wurden mehrere tausend Menschen über mehrere Jahre untersucht. Die Teilnehmenden hatten unterschiedliche Stadien der altersbedingten Makuladegeneration. Besonders wichtig waren dabei Menschen mit intermediärer AMD, also einem mittleren Stadium der Erkrankung, oder Menschen, die bereits an einem Auge eine fortgeschrittene AMD hatten. Genau bei diesen Patientengruppen wollte man herausfinden, ob eine spezielle Nahrungsergänzung das Fortschreiten der Erkrankung bremsen kann.
Die ursprüngliche AREDS-Rezeptur enthielt hochdosiertes Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Zink und Kupfer. Kupfer wurde hinzugefügt, weil hohe Zinkmengen langfristig einen Kupfermangel begünstigen können. Das Ergebnis war, dass diese Kombination bei bestimmten Risikopatienten das Fortschreiten zu einer fortgeschrittenen AMD senken konnte. Häufig wird eine Risikoreduktion von etwa 25 Prozent genannt.
Das bedeutet aber nicht, dass 25 Prozent der Erkrankten geheilt wurden. Es bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Erkrankung verschlimmert, in der behandelten Gruppe niedriger war als in der Vergleichsgruppe. Die Wirkung war also vorbeugend beziehungsweise verlangsamend, nicht heilend.
Später wurde die AREDS2-Studie durchgeführt. Sie baute auf der ersten AREDS-Studie auf und sollte prüfen, ob die ursprüngliche Rezeptur verbessert werden kann. Dabei wurden unter anderem Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren untersucht. Lutein und Zeaxanthin sind Pflanzenstoffe, die natürlicherweise auch in der Makula vorkommen. Omega-3-Fettsäuren wurden geprüft, weil man vermutete, dass sie möglicherweise einen zusätzlichen schützenden Effekt auf die Netzhaut haben könnten.
Ein wichtiges Ergebnis von AREDS2 war, dass Omega-3-Fettsäuren keinen klaren zusätzlichen Nutzen zeigten. Die zusätzliche Einnahme von DHA und EPA konnte das Fortschreiten der AMD in dieser Studie nicht überzeugend weiter reduzieren.
Anders war es bei Lutein und Zeaxanthin. Diese Stoffe wurden vor allem wichtig, weil sie das frühere Beta-Carotin ersetzen können. Das ist besonders relevant für Menschen, die rauchen oder früher geraucht haben, da Beta-Carotin bei Rauchern mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden sein kann. Deshalb wird heute meist eine AREDS2-Formulierung ohne Beta-Carotin, aber mit Lutein und Zeaxanthin bevorzugt.
Leicht verständlich zusammengefasst besagen die AREDS-Studien: Eine bestimmte Kombination aus Vitaminen, Antioxidantien und Mineralstoffen kann bei ausgewählten Menschen mit trockener AMD das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Besonders profitieren Menschen mit einem mittleren Stadium der AMD oder solche, die bereits an einem Auge eine fortgeschrittene AMD haben.
Die Präparate verbessern normalerweise nicht direkt das Sehen. Sie sorgen also nicht dafür, dass man plötzlich wieder schärfer sieht. Ihr Nutzen besteht eher darin, das Risiko einer weiteren Verschlechterung zu senken.
Für Menschen mit sehr früher AMD oder ohne AMD ist der Nutzen nicht eindeutig belegt. Deshalb sollten solche Präparate nicht einfach als allgemeine Augenvitamine verstanden werden. Ob sie sinnvoll sind, hängt vom Stadium der Erkrankung ab und sollte am besten mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt besprochen werden.
Zusammengefasst: Die AREDS- und AREDS2-Studien zeigen, dass spezielle Nahrungsergänzungsmittel bei bestimmten Formen der trockenen altersbedingten Makuladegeneration das Fortschreiten verlangsamen können. Sie heilen die Erkrankung nicht, sie stellen verlorenes Sehen meist nicht wieder her, können aber bei passenden Patientinnen und Patienten das Risiko einer Verschlechterung verringern.
