Schielen verstehen: 13 Wichtige Fakten über Ursachen, Behandlung und Heilungschancen
Schielen: Ursache und Behandlung. Schiefstellung ist mehr als nur eine kleine Fehlstellung der Augen. Die Erkrankung kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen und wirkt sich oft auf das Sehen, die Konzentration und sogar das Selbstbewusstsein aus. Viele Betroffene bemerken zunächst nur, dass die Augen nicht gleichzeitig in dieselbe Richtung schauen. Doch hinter Schielen können unterschiedliche Ursachen stecken.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Schielen – von den Ursachen über die Symptome bis hin zu modernen Behandlungsmöglichkeiten.
Was bedeutet Schielen?
Schielen wird medizinisch als Strabismus bezeichnet. Dabei schauen die Augen nicht parallel in dieselbe Richtung. Während ein Auge ein Objekt fixiert, weicht das andere Auge nach innen, außen, oben oder unten ab.
Das Gehirn erhält dadurch unterschiedliche Bilder. Besonders bei Kindern kann das langfristig zu einer Sehschwäche führen.
Unterschied zwischen normalem Blick und Schielen
Normalerweise arbeiten beide Augen perfekt zusammen. Die Augenmuskeln sorgen dafür, dass beide Augen gleichzeitig dieselbe Bewegung ausführen.
Beim Schielen funktioniert diese Zusammenarbeit nicht richtig. Das Gehirn versucht oft, die störenden Bilder zu unterdrücken.
Welche Fehlstellung der Augen gibt es?
Es existieren verschiedene Formen des Schielens.
Innenschielen
Das Innenschielen ist die häufigste Form. Dabei bewegt sich ein Auge Richtung Nase.
Merkmale:
- tritt oft im Kindesalter auf
- kann dauerhaft oder zeitweise auftreten
- führt häufig zu Sehproblemen
Außenschielen
Beim Außenschielen wandert das Auge nach außen.
Diese Form:
- tritt oft bei Müdigkeit auf
- kann zeitweise sichtbar sein
- betrifft Kinder und Erwachsene
Vertikales Schielen
Hierbei weicht das Auge nach oben oder unten ab.
Betroffene leiden oft unter:
- Schwindel
- Doppeltsehen
- Gleichgewichtsstörungen

Ursachen für eine Augenfehlstellung
Die Ursachen von Schielen sind vielfältig.
Angeborene Ursachen
Manche Kinder werden bereits mit einer Veranlagung zum Schielen geboren.
Mögliche Ursachen:
- genetische Faktoren
- Entwicklungsstörungen
- Frühgeburt
- neurologische Erkrankungen
Erworbene Ursachen
Auch Erwachsene können plötzlich schielen.
Häufige Auslöser:
- Schlaganfall
- Diabetes
- Augenverletzungen
- Nervenschäden
- Tumore
- starke Sehschwäche
Stress oder Erschöpfung können bestehendes Schielen zusätzlich verstärken.
Symptome erkennen
Nicht immer ist Schielen sofort eindeutig sichtbar.
Doppeltsehen und Kopfschmerzen
Typische Beschwerden sind:
- Doppeltsehen
- Augenbrennen
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsprobleme
- schnelle Ermüdung
Viele Betroffene kneifen ein Auge zusammen, um besser sehen zu können.
Schielen bei Kindern erkennen
Bei Kindern sollten Eltern auf folgende Hinweise achten:
- häufiges Blinzeln
- schiefer Kopf
- Unsicherheit beim Greifen
- Lichtempfindlichkeit
- fehlender Blickkontakt
Eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.
Wie wird diese Fehlstellung der Augen diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch einen Augenarzt.
Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören:
- Sehtest
- Augenbewegungstest
- Abdecktest
- Untersuchung der Augenmuskeln
Bei Bedarf werden neurologische Untersuchungen ergänzt.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad.
Brillen und Sehtraining
Viele Kinder benötigen zunächst eine Brille.
Zusätzlich helfen:
- Sehübungen
- Okklusionstherapie (Augenpflaster)
- spezielle Trainingsprogramme
Das Ziel ist, beide Augen wieder besser zusammenarbeiten zu lassen.
Augenmuskeloperation
Wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Operation notwendig sein.
Dabei verändert der Chirurg die Position bestimmter Augenmuskeln, damit die Augen wieder parallel stehen.
Die Operation:
- erfolgt meist ambulant
- dauert etwa 30 bis 60 Minuten
- verbessert häufig das räumliche Sehen
Schielen bei Erwachsenen
Erwachsene empfinden Schielen oft als besonders belastend.
Neben Sehproblemen spielen auch psychologische Faktoren eine Rolle:
- Unsicherheit
- geringes Selbstwertgefühl
- soziale Hemmungen
Moderne Therapien können jedoch auch im Erwachsenenalter gute Ergebnisse erzielen.
Kann Schielen geheilt werden?
Die Heilungschancen hängen von verschiedenen Faktoren ab:
- Ursache
- Alter
- Beginn der Behandlung
- Schweregrad
Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Kinder profitieren besonders von einer frühen Behandlung, da sich das Sehsystem noch entwickelt.
Folgen von unbehandeltem Schielen
Unbehandeltes Schielen kann ernsthafte Folgen haben.
Dazu zählen:
- dauerhafte Sehschwäche
- eingeschränktes räumliches Sehen
- soziale Probleme
- Lernschwierigkeiten bei Kindern
In schweren Fällen kann das Gehirn dauerhaft die Informationen eines Auges unterdrücken.
Vorbeugung und Früherkennung
Nicht jede Form von Schielen lässt sich verhindern. Dennoch helfen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
Wichtige Tipps:
- frühzeitige Augenuntersuchungen bei Kindern
- Bildschirmzeiten begrenzen
- ausreichend Schlaf
- gute Beleuchtung beim Lesen
Eltern sollten Auffälligkeiten immer ernst nehmen.
FAQs zum Thema
1. Verschwindet die Augenfehlstellung von allein?
Leichtes Schielen bei Babys kann sich normalisieren. Dauerhaftes Schielen sollte jedoch ärztlich untersucht werden.
2. Ist eine okuläre Fehlstellung vererbbar?
Ja, genetische Faktoren spielen oft eine Rolle.
3. Wann sollte ein Kind untersucht werden?
Spätestens bei sichtbaren Auffälligkeiten oder Unsicherheiten sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
4. Kann eine Brille helfen?
In vielen Fällen ja, besonders bei Kindern mit Sehfehlern.
5. Ist eine Schieloperation gefährlich?
Die Operation gilt als risikoarm und wird häufig durchgeführt.
6. Können Erwachsene noch behandelt werden?
Ja, moderne Therapien helfen auch Erwachsenen oft sehr gut.
Fazit
Die Augenfehlstellung, auch als Strabismus oder Schielen bezeichnet, zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Kindern, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Dabei sind die Augen nicht parallel ausgerichtet, wodurch Doppelbilder, eingeschränktes räumliches Sehen oder eine verminderte Sehschärfe entstehen können. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, da eine unbehandelte Augenfehlstellung langfristig zu einer Sehschwäche des betroffenen Auges führen kann. Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen heute eine präzise Erkennung der Ursache und des Ausmaßes der Fehlstellung. Je nach Befund kommen unterschiedliche Therapien wie Sehtraining, Prismenbrillen oder operative Eingriffe infrage. Dank moderner Behandlungsmöglichkeiten bestehen sehr gute Chancen, die Sehfunktion deutlich zu verbessern und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Vor allem bei Kindern ist schnelles Handeln entscheidend, damit sich das Sehvermögen gesund entwickeln kann und dauerhafte Sehschäden vermieden werden.
Weitere Informationen finden Sie beispielsweise bei der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft oder auf Gesundheitsportalen wie .
