Bindehautentzündung: Ursachen, Beschwerden, Behandlung und wichtige Warnzeichen
Redaktioneller Stand: 10. Juli 2026
Medizinisch geprüft von: Dr. med Oliver Schütte
Nächste fachliche Prüfung: 29. Juli 2026
Das Wichtigste auf einen Blick
Ein gerötetes, tränendes oder morgens verklebtes Auge kann auf eine Bindehautentzündung hinweisen. Der medizinische Fachbegriff lautet Konjunktivitis. Mögliche Auslöser sind Viren, Bakterien, Allergien oder äußere Reize wie Rauch, Staub und trockene Luft.
Viele Bindehautentzündungen verlaufen unkompliziert und heilen ohne bleibende Schäden aus. Ein rotes Auge kann jedoch auch durch andere, teilweise dringlich zu behandelnde Augenerkrankungen entstehen.
Lassen Sie Ihre Augen deshalb zeitnah untersuchen, wenn Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, eine Sehverschlechterung oder eine besonders starke Rötung auftreten. Das gilt vor allem für Menschen, die Kontaktlinsen tragen, für Personen mit geschwächtem Immunsystem und für Neugeborene. (CDC)
Was ist die Bindehaut?
Die Bindehaut ist eine dünne, gut durchblutete Schleimhaut. Sie bedeckt die Innenseiten der Augenlider und einen Teil des sichtbaren Augapfels. Die durchsichtige Hornhaut vor der Pupille wird von ihr nicht bedeckt.
Die Bindehaut erfüllt mehrere Aufgaben:
- Sie schützt die empfindliche Oberfläche des Auges.
- Sie unterstützt die Verteilung der Tränenflüssigkeit.
- Sie hilft dabei, dass sich die Augenlider möglichst reibungsarm über den Augapfel bewegen.
- Sie ist an der Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen beteiligt.
Entzündet sich die Bindehaut, erweitern sich ihre feinen Blutgefäße. Das Auge wirkt dadurch rosa bis deutlich rot. Häufig kommen Tränenfluss, Brennen, Jucken, ein Fremdkörpergefühl oder Absonderungen hinzu. (CDC)
Woran erkennt man eine Bindehautentzündung?
Die Beschwerden können ein Auge oder beide Augen betreffen. Abhängig von der Ursache sind unterschiedliche Symptome möglich.
Typisch sind:
- eine sichtbare Rötung des Auges,
- verstärkter Tränenfluss,
- Jucken, Brennen oder Reiben,
- ein sandiges oder wundes Gefühl,
- geschwollene Augenlider,
- Krusten an den Wimpern,
- verklebte Lider nach dem Schlafen,
- klares, schleimiges, gelbliches oder grünliches Sekret,
- vorübergehend leicht verschwommenes Sehen durch Tränen oder Sekret.
Verschwommenes Sehen sollte sich nach dem Blinzeln oder vorsichtigen Entfernen des Sekrets wieder bessern. Bleibt die Sicht eingeschränkt, ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich.
Anhand der Beschwerden allein lässt sich nicht immer sicher feststellen, ob Viren, Bakterien, Allergien oder andere Auslöser verantwortlich sind. Beispielsweise kann eitriges Sekret für eine bakterielle Infektion sprechen, beweist sie aber nicht. (CDC)
Welche Ursachen kommen infrage?
Virale Bindehautentzündung
Viren gehören zu den häufigsten Auslösern einer ansteckenden Bindehautentzündung. Die Erkrankung kann zusammen mit einer Erkältung, Halsschmerzen oder einem allgemeinen Infekt auftreten.
Häufig beginnt die Entzündung an einem Auge. Nach einigen Tagen kann auch das zweite Auge betroffen sein. Das Sekret ist meist klar oder wässrig. Möglich sind außerdem geschwollene Lider, Brennen und ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl.
Eine virale Bindehautentzündung kann leicht übertragen werden. Antibiotika helfen nicht, da sie ausschließlich gegen Bakterien wirken. Bei unkomplizierten Verläufen steht deshalb die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. (gesundheitsinformation.de)
Bakterielle Bindehautentzündung
Bei einer bakteriellen Konjunktivitis entsteht häufig ein dickflüssigeres, weißliches, gelbliches oder grünliches Sekret. Besonders morgens können die Wimpern und Augenlider stark verklebt sein.
Auch bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend. Leichte Verläufe heilen häufig ohne Antibiotika ab. Antibiotische Augentropfen oder Augensalben können die Heilung in bestimmten Fällen etwas beschleunigen. Sie sollten jedoch erst nach einer medizinischen Beurteilung angewendet werden.
Antibiotika sind insbesondere dann nicht sinnvoll, wenn Viren, Allergien oder eine Reizung hinter den Beschwerden stecken. Eine unnötige Anwendung kann Nebenwirkungen verursachen und die Entwicklung widerstandsfähiger Bakterien begünstigen. (gesundheitsinformation.de)
Allergische Bindehautentzündung
Eine allergische Konjunktivitis entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems. Häufige Auslöser sind:
- Pollen,
- Hausstaubmilben,
- Tierhaare beziehungsweise Hautschuppen von Tieren,
- Schimmelpilze,
- bestimmte Kosmetikprodukte,
- andere Stoffe aus der Umgebung.
Meist sind beide Augen gleichzeitig betroffen. Ein besonders deutlicher Hinweis ist starker Juckreiz. Oft kommen Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase und andere allergische Beschwerden hinzu.
Eine allergische Bindehautentzündung ist nicht ansteckend. Die Beschwerden können sich bessern, wenn der Auslöser vermieden wird. Je nach Ausprägung kommen antiallergische Augentropfen oder andere Allergiemedikamente infrage. (gesundheitsinformation.de)
Reizung der Augenoberfläche
Nicht jede gerötete Bindehaut ist infektiös. Mögliche Reize sind:
- Rauch und Abgase,
- Staub oder feine Partikel,
- trockene Raumluft,
- Wind,
- Chlorwasser,
- Kosmetikprodukte,
- intensives Reiben der Augen,
- langes Arbeiten am Bildschirm,
- ein Fremdkörper,
- Kontaktlinsen,
- Chemikalien.
Auch trockene Augen können Rötung, Brennen, Tränen und ein Fremdkörpergefühl verursachen. Reizbedingte Beschwerden werden grundsätzlich nicht von Mensch zu Mensch übertragen. (CDC)
Weitere mögliche Ursachen eines roten Auges
Ein rotes Auge muss nicht immer eine Bindehautentzündung sein. Ähnliche Beschwerden können unter anderem auftreten bei:
- einer Hornhautentzündung oder Hornhautverletzung,
- einer Entzündung im Inneren des Auges,
- einer Lidrandentzündung,
- einem Gerstenkorn,
- einem Fremdkörper,
- einer Verletzung,
- einem akuten Anstieg des Augeninnendrucks,
- einer Entzündung der Lederhaut,
- einer Herpesinfektion am Auge.
Vor allem Schmerzen, Lichtscheu und eine anhaltende Sehverschlechterung sprechen nicht für eine einfache, unkomplizierte Bindehautentzündung und müssen fachärztlich abgeklärt werden. (AAO)
Wie wird die Diagnose gestellt?
Bei der Untersuchung werden unter anderem folgende Fragen berücksichtigt:
- Seit wann bestehen die Beschwerden?
- Ist nur ein Auge oder sind beide Augen betroffen?
- Bestehen Schmerzen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit?
- Hat sich das Sehvermögen verändert?
- Welche Art von Sekret tritt aus?
- Gibt es gleichzeitig Erkältungs- oder Allergiebeschwerden?
- Werden Kontaktlinsen getragen?
- Gab es eine Augenverletzung oder Kontakt mit Chemikalien?
- Wurden bereits Augentropfen angewendet?
Anschließend werden Augen, Lider, Bindehaut und – soweit erforderlich – die Hornhaut untersucht. Bei ungewöhnlich schweren, wiederkehrenden oder lang anhaltenden Verläufen können weitere Untersuchungen notwendig sein. Nur selten wird eine Probe des Augensekrets im Labor untersucht. (CDC)
Wie lange dauert eine Bindehautentzündung?
Die Dauer hängt von der Ursache und vom individuellen Verlauf ab.
Eine leichte bakterielle Bindehautentzündung kann sich bereits nach wenigen Tagen deutlich bessern. Bis alle Beschwerden abgeklungen sind, können jedoch ein bis zwei Wochen vergehen.
Eine virale Bindehautentzündung heilt häufig innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen ab. Bei manchen Virusinfektionen dauern Rötung, Fremdkörpergefühl oder Lichtempfindlichkeit zwei bis drei Wochen oder länger an.
Allergische Beschwerden können so lange wiederkehren, wie Kontakt zum auslösenden Allergen besteht. Reizbedingte Beschwerden bessern sich häufig, sobald der Auslöser beseitigt wurde. (CDC)
Besteht die Entzündung länger als vier Wochen oder tritt sie immer wieder auf, sollte nach dauerhaften Auslösern gesucht werden. Dazu gehören beispielsweise trockene Augen, Allergien, Lidrandentzündungen oder andere Erkrankungen der Augenoberfläche.
Was können Sie selbst tun?
Bei milden Beschwerden ohne Warnzeichen können folgende Maßnahmen entlasten:
Augen schonen
Reduzieren Sie Tätigkeiten, die Ihre Beschwerden verstärken. Dazu können lange Bildschirmzeiten, konzentriertes Lesen oder Arbeiten in sehr trockener Raumluft gehören. Regelmäßige Pausen und bewusstes Blinzeln können angenehm sein.
Saubere Auflagen verwenden
Eine saubere, kühle oder angenehm lauwarme Auflage kann gereizte Augen beruhigen. Verwenden Sie für jedes Auge ein eigenes, frisches Tuch. Legen Sie benutzte Tücher anschließend direkt in die Wäsche.
Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirksamkeit solcher Auflagen ist begrenzt. Sie können die Beschwerden möglicherweise lindern, behandeln aber nicht die Ursache. (gesundheitsinformation.de)
Verklebungen vorsichtig entfernen
Waschen Sie zunächst gründlich Ihre Hände. Weichen Sie Krusten und Sekret anschließend vorsichtig mit einem sauberen, angefeuchteten Tuch oder einem frischen Wattepad auf.
Wischen Sie ohne starken Druck. Benutzen Sie jedes Tuch oder Pad nur einmal und nur für ein Auge. Waschen Sie danach erneut Ihre Hände.
Künstliche Tränenflüssigkeit
Befeuchtende Augentropfen ohne Arzneiwirkstoff können Trockenheit und Reizung lindern. Lassen Sie sich beraten, welches Präparat für Sie geeignet ist – insbesondere bei Kindern, in der Schwangerschaft, nach Augenoperationen oder wenn Sie weitere Augenmedikamente anwenden.
Künstliche Tränen lindern Beschwerden, beseitigen aber keine bakterielle oder virale Infektion. (gesundheitsinformation.de)
Augen nicht reiben
Auch wenn die Augen stark jucken: Reiben kann die Reizung verstärken, die Hornhaut verletzen und mögliche Erreger auf das zweite Auge oder andere Menschen übertragen.
Keine fremden oder alten Augentropfen verwenden
Verwenden Sie keine Augentropfen, die einer anderen Person verschrieben wurden. Benutzen Sie auch keine abgelaufenen Präparate oder Tropfen, die schon länger geöffnet sind.
Kortisonhaltige Augentropfen dürfen nur nach ärztlicher Untersuchung und Verordnung angewendet werden. Sie können bei bestimmten Erkrankungen hilfreich sein, sind zur unkontrollierten Selbstbehandlung eines roten Auges aber nicht geeignet. (Moorfields Augenkrankenhaus)
Kontaktlinsen bei geröteten Augen
Nehmen Sie Kontaktlinsen bei Rötung, Schmerzen, Sekret oder ungewöhnlichem Fremdkörpergefühl sofort heraus.
Tragen Sie die Linsen erst wieder, wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind und eine Augenärztin oder ein Augenarzt die weitere Verwendung erlaubt hat. Tages- und andere Einmallinsen, die während der Infektion getragen wurden, sollten entsorgt werden. Das gilt in der Regel auch für benutzte Einwegbehälter.
Wiederverwendbare Linsen und Zubehör müssen nach den Vorgaben der augenärztlichen Praxis und des Herstellers gereinigt beziehungsweise ersetzt werden. Verwenden Sie zum Reinigen niemals Leitungswasser.
Kontaktlinsenträgerinnen und Kontaktlinsenträger haben bei bestimmten Beschwerden ein erhöhtes Risiko für eine Hornhautentzündung. Rötung zusammen mit Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterung muss deshalb dringend augenärztlich beurteilt werden. (CDC)
Welche Behandlung ist sinnvoll?
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache.
Behandlung einer viralen Bindehautentzündung
Bei einer unkomplizierten viralen Konjunktivitis werden überwiegend die Beschwerden behandelt. Kühle Auflagen und befeuchtende Augentropfen können als angenehm empfunden werden.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Bei bestimmten Virusinfektionen, beispielsweise durch Herpesviren, kann jedoch eine spezielle antivirale Behandlung erforderlich sein. Solche Infektionen müssen ärztlich diagnostiziert und behandelt werden. (gesundheitsinformation.de)
Behandlung einer bakteriellen Bindehautentzündung
Leichte bakterielle Entzündungen können ohne Antibiotika abheilen. Abhängig vom Befund, vom Alter, von Begleiterkrankungen und vom Verlauf können antibiotische Augentropfen oder Augensalben verordnet werden.
Nehmen Sie verordnete Präparate genau nach Anweisung. Brechen Sie die Behandlung nicht eigenständig ab und verwenden Sie keine übrig gebliebenen Antibiotika aus einer früheren Erkrankung. (gesundheitsinformation.de)
Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung
Soweit möglich, sollte der bekannte Auslöser vermieden oder reduziert werden. Je nach Beschwerden kommen unter anderem antiallergische Augentropfen mit Antihistaminika oder anderen Wirkstoffen infrage.
Bei ausgeprägten, wiederkehrenden oder ganzjährigen Beschwerden kann eine weiterführende allergologische oder augenärztliche Abklärung sinnvoll sein. (gesundheitsinformation.de)
Behandlung einer reizbedingten Entzündung
Entscheidend ist, den Auslöser zu beseitigen. Bei trockener Luft können regelmäßiges Lüften, eine angepasste Luftfeuchtigkeit und Bildschirm-Pausen helfen. Bei trockenen Augen können befeuchtende Präparate sinnvoll sein.
Bleiben die Beschwerden bestehen, sollte geprüft werden, ob eine andere Augenerkrankung dahintersteckt.
Augentropfen richtig und hygienisch anwenden
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.
- Entfernen Sie bei Bedarf vorsichtig Sekret an den Lidern.
- Neigen Sie den Kopf leicht nach hinten.
- Ziehen Sie das Unterlid vorsichtig nach unten.
- Geben Sie die verordnete Anzahl Tropfen in den entstandenen Bindehautsack.
- Berühren Sie mit der Flaschenspitze weder Auge noch Wimpern, Haut oder Finger.
- Schließen Sie das Auge anschließend für kurze Zeit, ohne es fest zusammenzukneifen.
- Waschen Sie danach erneut Ihre Hände.
Verwenden Sie eine Tropfflasche nicht gemeinsam mit anderen Personen. Beachten Sie außerdem die Haltbarkeit nach dem Öffnen. Wenn Sie mehrere Augenpräparate anwenden, fragen Sie nach der richtigen Reihenfolge und dem notwendigen zeitlichen Abstand. (gesundheitsinformation.de)
Wie lässt sich eine Ansteckung vermeiden?
Virale und bakterielle Bindehautentzündungen können über Hände, Augensekret und gemeinsam benutzte Gegenstände weitergegeben werden.
Folgende Hygienemaßnahmen senken das Übertragungsrisiko:
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und mindestens 20 Sekunden lang.
- Waschen Sie die Hände vor und nach jeder Berührung des erkrankten Auges.
- Reiben oder berühren Sie die Augen möglichst nicht.
- Verwenden Sie für jedes Auge ein eigenes frisches Tuch oder Wattepad.
- Entsorgen Sie benutzte Einmalprodukte sofort.
- Teilen Sie keine Handtücher, Waschlappen, Kopfkissen oder Kosmetikartikel.
- Teilen Sie keine Augentropfen, Kontaktlinsen oder Kontaktlinsenbehälter.
- Reinigen Sie Brillen und häufig berührte Gegenstände.
- Wechseln und waschen Sie Handtücher, Waschlappen und Kissenbezüge regelmäßig.
- Verzichten Sie während einer ansteckenden Entzündung auf Augen-Make-up.
- Entsorgen Sie Augen-Make-up, das während der Infektion benutzt und möglicherweise verunreinigt wurde.
- Vermeiden Sie Schwimmbadbesuche, solange eine ansteckende Bindehautentzündung besteht.
Ob ein Kind eine Kindertagesstätte oder Schule besuchen darf und ob eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit sinnvoll ist, hängt vom Gesundheitszustand, von der Ursache, vom Arbeitsplatz und von den örtlichen Hygieneregeln ab. Im Zweifel berät Sie die behandelnde Praxis. (gesundheitsinformation.de)
Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn:
- die Beschwerden deutlich zunehmen,
- keine erkennbare Besserung eintritt,
- die Entzündung immer wiederkehrt,
- die Beschwerden länger anhalten,
- sehr viel eitriges Sekret austritt,
- eine Hauterkrankung oder Allergie als Ursache infrage kommt,
- Sie ein geschwächtes Immunsystem haben,
- Sie erst kürzlich am Auge operiert oder behandelt wurden,
- Sie unsicher sind, ob es sich tatsächlich um eine Bindehautentzündung handelt.
Wann ist eine dringende Untersuchung notwendig?
Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche beziehungsweise augenärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftritt:
- deutliche oder zunehmende Augenschmerzen,
- ausgeprägte Lichtempfindlichkeit,
- verschwommenes oder schlechteres Sehen, das nach Blinzeln oder Entfernen des Sekrets bestehen bleibt,
- eine besonders starke oder einseitige Rötung,
- plötzlich auftretende Sehstörungen, Lichtblitze oder Gesichtsfeldausfälle,
- Bläschen oder Hautveränderungen an Stirn, Nase oder Augenlid,
- eine starke Schwellung und Rötung der Haut rund um das Auge,
- Beschwerden nach einer Verletzung,
- ein festsitzender Fremdkörper,
- Beschwerden bei getragenen Kontaktlinsen,
- eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Starke Augenschmerzen, ein rotes Auge, Sehverschlechterung, heftige Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen können auf einen augenärztlichen Notfall hinweisen. (CDC)
Außerhalb der regulären Sprechzeiten hilft in Deutschland bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei einer lebensbedrohlichen Situation wählen Sie 112. (116117)
Was ist nach Kontakt mit Chemikalien zu tun?
Ist eine Chemikalie in das Auge gelangt, beginnen Sie sofort mit dem Spülen. Warten Sie nicht erst auf einen Arzttermin.
- Spülen Sie das Auge unmittelbar für mindestens 10 bis 15 Minuten mit reichlich sauberem, lauwarmem Wasser.
- Halten Sie die Lider dabei vorsichtig geöffnet.
- Neigen Sie den Kopf so, dass das betroffene Auge nach unten zeigt. Dadurch wird das andere Auge möglichst nicht mit der Chemikalie verunreinigt.
- Entfernen Sie Kontaktlinsen, wenn dies leicht möglich ist. Unterbrechen Sie das Spülen dafür nicht unnötig.
- Reiben Sie das Auge nicht.
- Nehmen Sie, soweit vorhanden, die Verpackung oder den Produktnamen zur Behandlung mit.
Anschließend ist eine dringende medizinische Beurteilung notwendig. Bei starken Schmerzen, Sehstörungen, einer unbekannten Substanz oder einer stark ätzenden Chemikalie sollte sofort der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden. (Gesundheitsportal)
Bindehautentzündung bei Babys und Kindern
Gerötete oder verklebte Augen kommen bei Kindern häufig vor. Neben einer Infektion kann bei Säuglingen auch ein verengter Tränenweg die Ursache sein.
Bei Neugeborenen muss ein gerötetes, geschwollenes oder stark verklebtes Auge unverzüglich ärztlich untersucht werden. Bestimmte Infektionen können in diesem Alter schnell fortschreiten und die Augen schädigen. (CDC)
Auch ältere Kinder sollten zeitnah untersucht werden, wenn Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehprobleme, Fieber, eine deutliche Schwellung rund um das Auge oder eine schnelle Verschlechterung auftreten.
Verwenden Sie bei Babys und Kindern keine vorhandenen Augentropfen ohne ärztliche Empfehlung. Die Wahl des Präparats und die Dosierung hängen unter anderem vom Alter und von der Ursache ab.
Häufige Fragen
Ist eine Bindehautentzündung immer ansteckend?
Nein. Virale und bakterielle Formen können ansteckend sein. Allergische und rein reizbedingte Bindehautentzündungen werden nicht auf andere Menschen übertragen.
Muss eine Bindehautentzündung immer mit Antibiotika behandelt werden?
Nein. Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien. Viele leichte bakterielle Entzündungen heilen auch ohne Antibiotika aus. Gegen Viren oder allergische Beschwerden sind antibiotische Augentropfen wirkungslos. (gesundheitsinformation.de)
Kann eine Bindehautentzündung von allein abheilen?
Ja. Viele unkomplizierte infektiöse Bindehautentzündungen klingen von selbst ab. Eine Selbstdiagnose ist jedoch nicht immer zuverlässig. Bei Warnzeichen oder einem ungewöhnlichen Verlauf ist eine Untersuchung wichtig.
Darf ich mit Bindehautentzündung Kontaktlinsen tragen?
Nein. Kontaktlinsen sollten sofort herausgenommen und erst nach vollständigem Abklingen der Beschwerden beziehungsweise nach ärztlicher Freigabe wieder getragen werden. (CDC)
Darf ich meine Augen mit Kamillentee oder anderen Hausmitteln spülen?
Für selbst hergestellte Spüllösungen, Kräuterauszüge oder Teebeutel am Auge gibt es keine verlässliche Behandlungsempfehlung. Solche Produkte sind nicht steril und können zusätzlich reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Verwenden Sie bei Bedarf sauberes Wasser für die äußere Reinigung und lassen Sie sich zu geeigneten Augenpräparaten beraten.
Kann eine Bindehautentzündung das Sehvermögen gefährden?
Eine unkomplizierte Bindehautentzündung heilt meistens ohne dauerhafte Sehschäden ab. Gefährlich können jedoch andere Erkrankungen sein, die zunächst ähnlich aussehen. Deshalb müssen anhaltende Sehverschlechterung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit dringend abgeklärt werden.
Zusammenfassung
Eine Bindehautentzündung kann durch Viren, Bakterien, Allergien oder äußere Reize ausgelöst werden. Häufige Beschwerden sind Rötung, Tränenfluss, Brennen, Jucken, ein Fremdkörpergefühl sowie verklebte Augenlider.
Viele leichte Formen heilen ohne besondere Behandlung aus. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt jedoch von der Ursache ab. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen und sollten nicht ohne medizinische Beurteilung angewendet werden.
Gründliche Händehygiene und getrennt benutzte Handtücher, Waschlappen und Kissen schützen bei ansteckenden Formen andere Personen. Kontaktlinsen müssen bei einem entzündeten Auge sofort entfernt werden.
Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehprobleme, eine sehr starke Rötung oder eine schnelle Verschlechterung sind Warnzeichen. In diesen Fällen sollte das Auge dringend untersucht werden.
Untersuchung in unserer Praxis
Ein gerötetes Auge lässt sich ohne Untersuchung nicht immer zuverlässig einordnen. In der Praxis Augenzentrum-Ulm klären wir, ob eine Bindehautentzündung oder eine andere Augenerkrankung vorliegt und welche Behandlung medizinisch sinnvoll ist.
Termin und Kontakt
- Telefon: 0731-1405960
- Online-Termin: Termin
- Adresse: Augenzentrum Ulm MVZ GmbH
Glöcklerstraße 1, 89073 Ulm - Öffnungszeiten: Mo – Fr 08:00 – 17:00 Uhr
- Hinweise zum augenärztlichen Notdienst: Universitäts-Augenklinik Ulm, Telefon: Telefon: 0731 500-59120 Alternativ: 0731 500-0
Bei starken Schmerzen, akuten Sehstörungen, einer Augenverletzung oder Kontakt mit Chemikalien warten Sie bitte nicht auf einen regulären Termin.
Medizinischer Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung. Sie können eine persönliche Untersuchung, Diagnose und Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt nicht ersetzen. Individuelle Empfehlungen können abhängig von Alter, Vorerkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft und konkretem Augenbefund abweichen.
Hinweis: Die Informationen ersetzen keine augenärztliche Untersuchung!
Letzte Aktualisierung: 10.07.2026
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