Weitsichtigkeit, wenn das Sehen in der Nähe anstrengend wird

Weitsichtigkeit, medizinisch Hyperopie oder Hypermetropie genannt, ist eine häufige Form der Fehlsichtigkeit. Betroffene können nahe Objekte oft nur unscharf oder mit erhöhter Anstrengung erkennen. Das Sehen in der Ferne ist dagegen häufig besser möglich, kann bei stärkerer Weitsichtigkeit jedoch ebenfalls beeinträchtigt sein.

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Weitsichtigkeit um eine Störung der Refraktion, also der Brechkraft des Auges. Die einfallenden Lichtstrahlen werden nicht exakt auf der Retina, also der Netzhaut, gebündelt, sondern theoretisch hinter der Netzhaut. Dadurch entsteht ohne ausreichenden Ausgleich kein scharfes Bild auf der Netzhaut.

 

Häufige Ursachen sind ein im Verhältnis zur Brechkraft zu kurzer Augapfel oder eine zu geringe Brechkraft von Hornhaut und Augenlinse. Die Stärke der Weitsichtigkeit wird in Dioptrien angegeben. Bei Hyperopie handelt es sich um Pluswerte, zum Beispiel +1,0 dpt, +2,5 dpt oder bei stärkerer Weitsichtigkeit auch höhere Pluswerte.

Im Augenzentrum Ulm untersuchen wir Ihre Sehstärke, bestimmen die genaue Refraktion und beraten Sie individuell zu Brille, Kontaktlinsen oder weiteren Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Weitsichtigkeit?

Bei einem normalsichtigen Auge werden Lichtstrahlen so gebrochen, dass sie exakt auf der Netzhaut zusammentreffen. Bei Weitsichtigkeit liegt der Brennpunkt jedoch hinter der Netzhaut. Die Retina erhält dadurch kein optimal scharfes Bild, besonders beim Blick in die Nähe.

Das Auge kann eine leichte Hyperopie oft durch Akkommodation ausgleichen. Akkommodation bedeutet, dass die Augenlinse ihre Brechkraft verändert, um ein scharfes Bild zu erzeugen. Besonders bei jüngeren Menschen ist diese Anpassungsfähigkeit häufig noch gut ausgeprägt. Deshalb bleibt eine Weitsichtigkeit manchmal lange unbemerkt.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Augenlinse ab. Dadurch wird die Akkommodation schwächer, und Beschwerden wie unscharfes Nahsehen, Kopfschmerzen oder müde Augen treten häufiger auf.

Kurz gesagt: Bei Weitsichtigkeit muss das Auge stärker arbeiten, um in der Nähe scharf zu sehen. Deshalb suchen viele Betroffene nach Begriffen wie unscharf sehen in der Nähe, Weitsichtigkeit Ulm, Hyperopie Ulm, Sehtest Ulm oder Augenarzt Weitsichtigkeit Ulm.

Typische Symptome einer Weitsichtigkeit

Weitsichtigkeit entwickelt sich häufig unbemerkt. Gerade jüngere Patientinnen und Patienten können die Fehlsichtigkeit durch Akkommodation lange kompensieren. Beschwerden entstehen meist dann, wenn die Augen über längere Zeit stark beansprucht werden, zum Beispiel beim Lesen, Arbeiten am Bildschirm oder bei konzentrierter Naharbeit.

Typische Anzeichen einer Hyperopie sind:

  • unscharfes Sehen in der Nähe
  • angestrengtes Sehen beim Lesen
  • schnelle Ermüdung der Augen
  • Kopfschmerzen, besonders nach Naharbeit
  • Druckgefühl oder Brennen der Augen
  • verschwommenes Sehen am Abend
  • häufiges Blinzeln
  • Konzentrationsprobleme beim Lesen
  • das Bedürfnis, Texte oder das Smartphone weiter wegzuhalten
  • gelegentlich verschwommenes Sehen auch in der Ferne

Bei stärkerer Hyperopie kann die Sehleistung sowohl in der Nähe als auch in der Ferne eingeschränkt sein. Auch eine unerkannte Weitsichtigkeit kann zu Beschwerden führen, obwohl bei einfachen Sehtests zunächst scheinbar noch eine gute Sehschärfe vorhanden ist.

Weitsichtigkeit bei Kindern

Weitsichtigkeit ist bei Kindern besonders wichtig, weil sie die Sehentwicklung beeinflussen kann. Viele Kinder sind in den ersten Lebensjahren leicht weitsichtig. Eine geringe Hyperopie kann physiologisch sein und sich mit dem Wachstum des Auges verändern.

Eine stärker ausgeprägte oder einseitige Weitsichtigkeit sollte jedoch augenärztlich abgeklärt werden. Kinder können Sehprobleme oft nicht klar benennen. Hinweise können sein, dass sie beim Malen, Lesen oder Spielen schnell ermüden, Kopfschmerzen entwickeln, ungern nah arbeiten oder Konzentrationsprobleme zeigen.

Bei Kindern kann eine deutliche Hyperopie außerdem mit Schielen, medizinisch Strabismus, verbunden sein. Das liegt daran, dass starke Akkommodation häufig mit einer verstärkten Einwärtsbewegung der Augen gekoppelt ist. Dadurch kann ein sogenanntes akkommodatives Schielen entstehen.

Wird eine relevante Weitsichtigkeit im Kindesalter nicht erkannt, kann sich in manchen Fällen eine Sehschwäche eines Auges entwickeln, eine sogenannte Amblyopie. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen bei auffälligem Sehverhalten, familiärer Vorbelastung oder Schielen besonders wichtig.

Im Augenzentrum Ulm untersuchen wir die Sehentwicklung Ihres Kindes sorgfältig und prüfen, ob eine Brillenkorrektur oder weitere Behandlung notwendig ist.

Warum entsteht Weitsichtigkeit?

Die häufigste Ursache der Weitsichtigkeit ist ein zu kurzer Augapfel. Der Abstand zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut ist dann im Verhältnis zur Brechkraft des Auges zu gering. Das Licht wird so gebrochen, dass der Brennpunkt hinter der Netzhaut liegen würde.

Weitere mögliche Ursachen sind eine zu geringe Brechkraft der Hornhaut oder der Augenlinse. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Wenn in der Familie Fehlsichtigkeiten, Schielen oder andere Augenerkrankungen vorkommen, kann das Risiko für relevante Sehprobleme erhöht sein.

Medizinisch betrachtet entsteht Hyperopie also durch ein Missverhältnis zwischen:

  • Augenlänge
  • Brechkraft der Hornhaut
  • Brechkraft der Augenlinse
  • Akkommodationsfähigkeit
  • Abbildung des Lichtes auf der Netzhaut

Je stärker dieses Missverhältnis ausgeprägt ist, desto höher sind die erforderlichen Plus-Dioptrien zur Korrektur.

Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit, was ist der Unterschied?

Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit werden häufig verwechselt, sind aber nicht dasselbe.

Die Weitsichtigkeit, also Hyperopie, ist eine Fehlsichtigkeit, die meist durch den Bau des Auges bedingt ist. Sie kann bereits im Kindesalter oder jungen Erwachsenenalter bestehen.

Die Alterssichtigkeit, medizinisch Presbyopie, entsteht dagegen durch die altersbedingte Abnahme der Linsenelastizität. Die Augenlinse kann sich dann nicht mehr ausreichend verformen, um nahe Objekte scharfzustellen. Typischerweise macht sich Presbyopie ab etwa dem 40. bis 45. Lebensjahr bemerkbar.

Beide Zustände können gemeinsam auftreten. Menschen mit unerkannter Hyperopie bemerken Nahsehprobleme daher häufig früher oder stärker, weil die Akkommodationsreserve mit zunehmendem Alter abnimmt.

Sehtest und Refraktionsbestimmung in Ulm

Die Diagnose einer Weitsichtigkeit erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung und eine genaue Bestimmung der Refraktion. Dabei wird geprüft, welche Brechkraft das Auge hat und welche Dioptrien erforderlich sind, um ein scharfes Bild auf der Netzhaut zu erzeugen.

Zur Diagnostik gehören je nach Befund:

  • Prüfung der Sehschärfe in Ferne und Nähe
  • objektive Refraktionsbestimmung
  • subjektive Refraktionsbestimmung
  • Bestimmung der Dioptrienwerte
  • Untersuchung der vorderen Augenabschnitte
  • Kontrolle der Augenstellung, besonders bei Kindern
  • gegebenenfalls Untersuchung unter Zykloplegie, also mit Augentropfen zur Entspannung der Akkommodation
  • bei bestimmten Befunden Kontrolle von Netzhaut und Sehnerv

Bei der objektiven Refraktionsbestimmung wird die Brechkraft des Auges mit einem Messgerät ermittelt. Diese Messung liefert wichtige Ausgangswerte.

Bei der subjektiven Refraktionsbestimmung wird anschließend gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten geprüft, mit welchen Gläsern das Sehen am klarsten und angenehmsten ist. So werden die passenden Dioptrienwerte für Brille oder Kontaktlinsen bestimmt.

Gerade bei Kindern und jungen Menschen ist es oft wichtig, die Akkommodation vorübergehend durch Augentropfen zu entspannen. Nur so lässt sich eine versteckte Weitsichtigkeit, eine sogenannte latente Hyperopie, zuverlässig erkennen.

Wenn Sie einen Sehtest in Ulm suchen oder Ihre Brillenwerte überprüfen lassen möchten, führen wir im Augenzentrum Ulm eine sorgfältige Diagnostik durch und besprechen die Ergebnisse verständlich mit Ihnen.

Was hilft bei Weitsichtigkeit?

Weitsichtigkeit kann in den meisten Fällen sehr gut korrigiert werden. Ziel der Behandlung ist es, die Lichtstrahlen so zu brechen, dass sie wieder exakt auf der Netzhaut gebündelt werden.

Die häufigste Behandlung ist eine Brille mit Plusgläsern. Diese unterstützen die Brechkraft des Auges und entlasten die Akkommodation. Dadurch wird das Sehen in der Nähe klarer und weniger anstrengend. Auch Kopfschmerzen, müde Augen oder Druckgefühl können sich dadurch verbessern.

Kontaktlinsen können ebenfalls eine geeignete Möglichkeit sein, besonders wenn im Alltag, beim Sport oder aus kosmetischen Gründen keine Brille getragen werden soll. Wichtig sind eine genaue Anpassung, die passende Dioptrienstärke und regelmäßige Kontrollen der Augenoberfläche.

Bei Erwachsenen kann in ausgewählten Fällen auch eine operative Sehkorrektur infrage kommen. Dazu zählen refraktive Laserbehandlungen oder linsenbasierte Verfahren. Ob eine solche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Dioptrienwerten, Hornhautbeschaffenheit, Alter, Augenoberfläche, Linsenstatus und allgemeiner Augengesundheit ab.

Im Augenzentrum Ulm beraten wir Sie individuell, welche Form der Korrektur zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt.

Warum eine genaue Korrektur wichtig ist

Eine nicht erkannte oder nicht ausreichend korrigierte Hyperopie kann das visuelle System dauerhaft belasten. Das Auge versucht, die Fehlsichtigkeit durch Akkommodation auszugleichen. Diese ständige Anstrengung kann zu Beschwerden führen.

Mögliche Folgen einer unkorrigierten Weitsichtigkeit sind:

  • wiederkehrende Kopfschmerzen
  • müde oder brennende Augen
  • angestrengtes Sehen
  • Konzentrationsprobleme
  • verschwommenes Sehen bei Naharbeit
  • bei Kindern Schielen oder Amblyopie
  • abnehmender Sehkomfort im Alltag

Eine genaue Refraktionsbestimmung ist deshalb wichtig, damit die passenden Dioptrienwerte ermittelt werden und die Augen entlastet werden können.

Wann sollte man zum Augenarzt?

Ein Augenarztbesuch ist sinnvoll, wenn Sie oder Ihr Kind beim Lesen, Schreiben oder Arbeiten am Bildschirm unscharf sehen, häufig Kopfschmerzen haben oder die Augen schnell ermüden. Auch Druckgefühl, Brennen, häufiges Blinzeln oder Konzentrationsprobleme bei Naharbeit können Hinweise auf Weitsichtigkeit sein.

Bei Kindern sollte eine augenärztliche Untersuchung besonders dann erfolgen, wenn Schielen, auffälliges Sehverhalten, Leseprobleme, Kopfschmerzen oder familiäre Vorbelastung bestehen.

Wenn Sie in Ulm oder Umgebung nach Weitsichtigkeit Ulm, Hyperopie Ulm, Sehtest Ulm oder Augenarzt Weitsichtigkeit Ulm suchen, ist das Augenzentrum Ulm Ihr Ansprechpartner für Diagnostik, Beratung und regelmäßige Kontrolle.

Wann sollte man mit Weitsichtigkeit zum Augenarzt in Ulm?

Eine Untersuchung ist sinnvoll, wenn das Sehen in der Nähe unscharf wird, Kopfschmerzen auftreten, die Augen schnell ermüden oder Kinder auffälliges Sehverhalten zeigen. Das Augenzentrum Ulm berät Sie individuell zu Diagnose, Behandlung und Kontrolle bei Weitsichtigkeit.

Termin im Augenzentrum Ulm

Sie bemerken unscharfes Sehen in der Nähe, Kopfschmerzen beim Lesen oder müde Augen nach Bildschirmarbeit? Im Augenzentrum Ulm untersuchen wir Ihre Augen sorgfältig, bestimmen Ihre Refraktion und Dioptrienwerte und beraten Sie individuell zu passenden Korrekturmöglichkeiten. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis.

Hinweis: Die Informationen ersetzen keine augenärztliche Untersuchung!

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Wie bekomme ich schnell einen Termin in Ulm, Wiblingen oder Blaustein?

Termin vereinbaren

 

Dr. med. Oliver Schütte ist Facharzt für Augenheilkunde und Kataraktchirurg am Augenzentrum Ulm. Er studierte Humanmedizin an der Universität Ulm und promovierte im Bereich Radiologie. Fachliche Schwerpunkte liegen unter anderem in der modernen Augenheilkunde, Diagnostik und Behandlung von Augenerkrankungen sowie der minimal-invasiven Kataraktchirurgie.

Fazit

Weitsichtigkeit ist eine häufige Fehlsichtigkeit, bei der das Sehen in der Nähe oft unscharf oder anstrengend ist. Medizinisch liegt der Brennpunkt des Lichts hinter der Retina beziehungsweise Netzhaut. Ursache ist meist ein zu kurzer Augapfel oder eine zu geringe Brechkraft von Hornhaut und Linse.

Leichte Weitsichtigkeit kann vor allem bei jungen Menschen durch Akkommodation lange ausgeglichen werden. Mit zunehmendem Alter oder bei stärkerer Hyperopie treten jedoch häufig Beschwerden wie Kopfschmerzen, müde Augen oder unscharfes Nahsehen auf.

Mit einer passenden Brille, Kontaktlinsen oder in bestimmten Fällen einer operativen Sehkorrektur lässt sich Weitsichtigkeit meist gut ausgleichen. Entscheidend ist eine genaue objektive und subjektive Refraktionsbestimmung, damit die passenden Dioptrienwerte ermittelt werden.

Das Augenzentrum Ulm unterstützt Sie dabei, Weitsichtigkeit früh zu erkennen, die passende Korrektur zu finden und die Augengesundheit langfristig im Blick zu behalten.

Was ist Weitsichtigkeit?

Weitsichtigkeit bedeutet, dass nahe Objekte häufig unscharf oder nur mit Anstrengung gesehen werden. Medizinisch heißt Weitsichtigkeit Hyperopie oder Hypermetropie.

Warum sieht man bei Weitsichtigkeit in der Nähe unscharf?

Bei Hyperopie wird das Licht nicht exakt auf der Netzhaut gebündelt. Der Brennpunkt liegt theoretisch hinter der Retina. Dadurch muss das Auge stärker akkommodieren, um ein scharfes Bild zu erzeugen.

Was bedeutet Refraktion?

Refraktion bezeichnet die Brechkraft des Auges. Bei einer Refraktionsbestimmung wird gemessen, welche Dioptrien notwendig sind, damit das Licht korrekt auf der Netzhaut gebündelt wird.

Was ist der Unterschied zwischen objektiver und subjektiver Refraktionsbestimmung?

Bei der objektiven Refraktionsbestimmung wird die Brechkraft des Auges mit einem Messgerät gemessen. Bei der subjektiven Refraktionsbestimmung wird anschließend geprüft, mit welchen Gläsern die Patientin oder der Patient am besten sieht.

Was bedeutet Akkommodation?

Akkommodation ist die Fähigkeit der Augenlinse, ihre Brechkraft zu verändern. Dadurch kann das Auge auf unterschiedliche Entfernungen scharfstellen. Bei Weitsichtigkeit muss das Auge häufig stärker akkommodieren.

Welche Dioptrien hat man bei Weitsichtigkeit?

Weitsichtigkeit wird mit Plus-Dioptrien korrigiert. Typische Werte sind zum Beispiel +1,0 dpt, +2,0 dpt oder höhere Pluswerte, abhängig von der Stärke der Hyperopie.

Ist Weitsichtigkeit dasselbe wie Alterssichtigkeit?

Nein. Weitsichtigkeit ist meist anatomisch bedingt und kann schon früh bestehen. Alterssichtigkeit entsteht durch die altersbedingte Abnahme der Linsenelastizität und tritt meist ab etwa dem 40. bis 45. Lebensjahr auf.

Kann Weitsichtigkeit bei Kindern gefährlich sein?

Eine stärkere Weitsichtigkeit bei Kindern sollte augenärztlich abgeklärt werden. Sie kann mit Schielen oder einer Sehschwäche eines Auges, einer sogenannten Amblyopie, verbunden sein.

Was hilft gegen Weitsichtigkeit?

Weitsichtigkeit kann meist gut mit Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Bei Erwachsenen können je nach Befund auch operative Verfahren infrage kommen.

Weitsichtigkeit 3. Oktober 2023