Augenverletzungen beim Sport – Risiken erkennen und Augen schützen

 

Sport ist gesund – auch für die Augen. Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung, stärkt den Kreislauf und unterstützt die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers, einschließlich der Augen.

Darüber hinaus fördern viele Sportarten gezielt die Sehfähigkeit:

  • Bogensport trainiert das präzise Fixieren

  • Tennis und Golf verbessern die Hand-Auge-Koordination

  • Joggen, Schwimmen und Leichtathletik fördern die Durchblutung

 

Doch trotz dieser positiven Effekte birgt Sport auch Risiken – insbesondere für das empfindliche Sehorgan.


 

Wie häufig sind Augenverletzungen beim Sport?

 

Augenverletzungen machen etwa ein Prozent aller Sportverletzungen aus. Das klingt zunächst wenig, ist aber dennoch relevant – vor allem, weil der Großteil dieser Verletzungen vermeidbar wäre.

Schätzungen zufolge könnten über 90 % der Augenverletzungen durch geeignete Schutzmaßnahmen verhindert werden.


 

Besonders riskante Sportarten

 

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Sportarten mit schnellen Objekten oder direktem Körperkontakt.

Dazu gehören insbesondere:

  • Squash

  • Tennis

  • Badminton

  • Basketball

  • Wasserball

  • Golf

 

Die Ursache liegt oft in der hohen Geschwindigkeit der Spielgeräte. Bälle können extreme Geschwindigkeiten erreichen und treffen das Auge häufig ungeschützt.

Auch Sportarten mit Schlägern, Stöcken oder intensivem Körperkontakt gelten als risikoreich, zum Beispiel:

  • Eishockey

  • Skifahren

  • Boxen

 

Die Schwere einer Verletzung hängt dabei nicht nur von der Aufprallgeschwindigkeit ab, sondern auch von Distanz, Winkel und der betroffenen Augenstruktur.


 

Mögliche Augenverletzungen

 

Die Bandbreite reicht von harmlosen bis zu schwerwiegenden Schäden:

  • Prellungen und Blutergüsse

  • Einblutungen im Auge

  • Risse in Hornhaut oder Bindehaut

  • Linsenverletzungen

  • Netzhautschäden

  • Knochenbrüche im Augenbereich

 

In vielen Fällen verlaufen die Verletzungen glimpflich: Rund zwei Drittel werden als leicht bis mittelschwer eingestuft. Dennoch sollte jede Augenverletzung ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.


 

Welche Bereiche können betroffen sein?

 

Je nach Unfall können unterschiedliche Strukturen geschädigt werden:

Vorderer Augenabschnitt:

  • Lider

  • Bindehaut

  • Hornhaut

  • Iris und Linse

 

Hinterer Augenabschnitt:

  • Netzhaut

  • Sehnerv

 

Umgebung des Auges:

  • Knochen

  • Muskeln

  • Gefäße und Nerven

 

Während kleinere Einblutungen oft harmlos sind, können tiefere Verletzungen – etwa an der Netzhaut oder Linse – langfristige Schäden verursachen.


 

Schutzmaßnahmen: So lassen sich Augenverletzungen vermeiden

 

Die gute Nachricht: Die meisten Augenverletzungen im Sport lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern.

Empfohlen werden:

  • Sport-Schutzbrillen mit bruchsicheren Kunststoffgläsern

  • Gesichtsmasken oder Visiere

  • Helme mit integriertem Augenschutz

 

Wichtig ist, dass die Ausrüstung:

  • gut sitzt

  • stabil verarbeitet ist

  • speziell für die jeweilige Sportart geeignet ist

 

Diese Empfehlungen stammen aus der Sportophthalmologie – einem Fachbereich, der sich gezielt mit Augenschutz im Sport beschäftigt.


 

Warum wird Schutz oft nicht genutzt?

 

Trotz klarer Vorteile verzichten viele Sportler auf Schutzmaßnahmen. Häufige Gründe sind:

  • eingeschränkter Tragekomfort

  • subjektiv störendes Gefühl

  • fehlende Pflichtvorgaben im Sport

 

Ein bekanntes Beispiel zeigt jedoch, wie wichtig Schutz sein kann: Im Eishockey wurde der Gesichtsschutz erst verbreitet eingeführt, nachdem ein Profi-Spieler durch einen Puck schwer verletzt wurde.


 

Fazit

 

Sport und gesunde Augen gehören zusammen – doch Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Mit der richtigen Schutzausrüstung lassen sich die meisten Augenverletzungen effektiv vermeiden.

Im Zweifel gilt: Nach jeder Augenverletzung sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um mögliche Folgeschäden auszuschließen.


Augenverletzung 25. Dezember 2023