Welche Augenuntersuchung gibt es?
Augenuntersuchung beim Augenarzt
Eine Augenuntersuchung kann aus vielen unterschiedlichen Gründen notwendig werden und spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Augen. Viele Menschen suchen eine Augenarztpraxis auf, wenn plötzlich Beschwerden auftreten, zum Beispiel verschwommenes Sehen, Lichtblitze, Doppelbilder, Augenschmerzen oder Rötungen. Auch Verletzungen am Auge, Fremdkörper oder Entzündungen sollten möglichst schnell ärztlich untersucht werden, um dauerhafte Schäden am Sehvermögen zu vermeiden.
Darüber hinaus sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig, da viele Augenerkrankungen über lange Zeit keine deutlichen Beschwerden verursachen. Erkrankungen wie Grüner Star (Glaukom), Grauer Star (Katarakt) oder Netzhauterkrankungen entwickeln sich häufig schleichend und werden oft erst spät bemerkt. Durch frühzeitige Kontrollen können Veränderungen jedoch rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Besonders Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Schäden an den Augen. Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen. Diese Erkrankungen können die feinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen und langfristig das Sehvermögen beeinträchtigen. Auch eine familiäre Vorbelastung spielt eine wichtige Rolle: Wenn nahe Angehörige an Augenerkrankungen wie dem Grünen Star oder einer Makuladegeneration leiden, steigt das persönliche Risiko ebenfalls an.
Während der augenärztlichen Untersuchung werden verschiedene Bereiche des Auges sorgfältig überprüft. Dazu zählen unter anderem die Sehschärfe, das Gesichtsfeld, die Beweglichkeit der Augen, der Augeninnendruck sowie die Untersuchung der Netzhaut und des Sehnervs. Moderne Diagnoseverfahren ermöglichen dabei eine sehr genaue Beurteilung der Augengesundheit. Ziel der Untersuchung ist es, Ursachen für Beschwerden zu finden, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die bestmögliche Behandlung einzuleiten, um das Sehvermögen langfristig zu erhalten.




Zu Beginn der Untersuchung findet meist ein ausführliches Gespräch statt. Dabei beschreibt die Patientin oder der Patient die aktuellen Beschwerden möglichst genau. Die Ärztin oder der Arzt möchte wissen, seit wann die Beschwerden bestehen, ob sie plötzlich oder schleichend begonnen haben und ob ein oder beide Augen betroffen sind. Bei Schmerzen wird genauer nachgefragt, wo diese auftreten – ob an der Oberfläche des Auges, im Inneren oder nur bei Augenbewegungen. Auch ausstrahlende Schmerzen in Stirn oder Schläfen können wichtig sein. Zusätzlich wird besprochen, ob eine Brille oder Kontaktlinsen getragen werden, ob bereits Augenerkrankungen bekannt sind oder ob andere Erkrankungen wie Diabetes Einfluss auf die Augengesundheit haben könnten. Ebenso spielt die familiäre Vorgeschichte eine Rolle.
Anschließend folgt die körperliche Untersuchung der Augen. Dabei achtet die Augenärztin oder der Augenarzt auf sichtbare Veränderungen wie gerötete Bindehaut, entzündete Lider, Verletzungen oder Unterschiede zwischen beiden Augen. Danach wird das Sehvermögen überprüft. Mithilfe von Sehtafeln oder Bildschirmen wird getestet, wie gut Buchstaben, Zahlen oder Symbole erkannt werden können. Dies geschieht zunächst mit jedem Auge einzeln und gegebenenfalls zusätzlich mit Brille oder Kontaktlinsen. So lässt sich feststellen, wie ausgeprägt die Sehschärfe ist.





1. Anamnesegespräch:
Zu Beginn werden Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente sowie Sehprobleme besprochen.
2. Äußere Untersuchung:
Die Augen und Lider werden auf Rötungen, Entzündungen oder Verletzungen kontrolliert.
3. Sehschärfe messen:
Mit Sehtafeln wird geprüft, wie gut jedes Auge sehen kann.
4. Brechkraft bestimmen:
Es wird festgestellt, ob eine Sehschwäche vorliegt und welche Brillenstärke benötigt wird.
5. Gesichtsfeld prüfen:
Die Untersuchung zeigt, welche Bereiche ohne Augenbewegung wahrgenommen werden können.
6. Weitere Sehtests:
Zusätzlich werden Farbsehen, Augenbeweglichkeit und Pupillenreaktion überprüft.
7. Spaltlampen-Untersuchung:
Mit einer speziellen Lampe werden Hornhaut, Linse und andere Augenbereiche stark vergrößert betrachtet.
8. Augenspiegelung:
Die Netzhaut, Blutgefäße und der Sehnerv werden untersucht, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
9. Augeninnendruck messen:
Der Druck im Auge wird kontrolliert, um Hinweise auf Grünen Star festzustellen.
Um festzustellen, ob eine Sehschwäche vorliegt und welche Brillenstärke benötigt wird, wird die Brechkraft des Auges gemessen. Dazu kommen spezielle Geräte wie ein Autorefraktometer zum Einsatz. Zusätzlich kann geprüft werden, durch welche Korrekturgläser das Sehen am besten möglich ist.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Augenuntersuchung ist die Kontrolle des Gesichtsfeldes. Dabei wird untersucht, was eine Person wahrnehmen kann, ohne die Augen zu bewegen. Während man einen festen Punkt betrachtet, erscheinen an verschiedenen Stellen Lichtsignale, die per Knopfdruck bestätigt werden. So können Einschränkungen des Gesichtsfeldes erkannt werden, wie sie zum Beispiel bei einem Grünen Star, einer Netzhauterkrankung oder neurologischen Erkrankungen auftreten können.
Auch andere Sehfunktionen werden häufig getestet. Dazu gehören das Farbsehen, die Beweglichkeit der Augen sowie die Reaktion der Pupillen auf Licht. Besonders bei Kindern ist die Untersuchung der Augenstellung wichtig, um ein mögliches Schielen frühzeitig zu erkennen.
Mit einer sogenannten Spaltlampe kann das Auge stark vergrößert betrachtet werden. Durch einen schmalen Lichtstrahl lassen sich insbesondere die Hornhaut, die Linse und andere vordere Bereiche des Auges genau untersuchen. Mithilfe zusätzlicher Lupen können auch tiefere Bereiche bis hin zur Netzhaut beurteilt werden.
Eine wichtige Untersuchung ist außerdem die Augenspiegelung, auch Ophthalmoskopie genannt. Dabei wird durch die Pupille auf den Augenhintergrund geschaut, um die Netzhaut, den Sehnerv und die Blutgefäße zu beurteilen. Vor dieser Untersuchung werden häufig Augentropfen verwendet, die die Pupillen erweitern. Dadurch sieht man für einige Stunden verschwommen und ist lichtempfindlich. Deshalb sollte danach nicht aktiv am Straßenverkehr teilgenommen werden.
Der Augeninnendruck wird ebenfalls häufig gemessen, da ein erhöhter Druck ein Hinweis auf einen Grünen Star sein kann. Die Messung erfolgt entweder durch ein leichtes Aufsetzen eines Messgerätes auf die betäubte Hornhaut oder durch einen kurzen Luftstoß auf das Auge. Beide Verfahren sind schmerzfrei.
Je nach Beschwerden oder Verdacht auf bestimmte Erkrankungen können weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu gehören die optische Kohärenz-Tomografie (OCT), mit der die Netzhaut Schicht für Schicht dargestellt werden kann, die Fluoreszenz-Angiografie zur Darstellung der Blutgefäße oder Ultraschalluntersuchungen des Auges. Diese Verfahren helfen dabei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die passende Behandlung zu planen.
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