YIW minimal

Operation des grünen Stars (Glaukom)

Was ist das: ein Glaukom?
Als Glaukom bezeichnet man eine Vielzahl von Augenkrankheiten, die zu einem gemeinsamen und höchst traurigen Resultat führen, wenn sie denn nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden: Sie zerstören den Sehnerv. Der Einfachheit halber soll im Folgenden von "dem Glaukom" gesprochen werden. Früher nämlich nannte man das Glaukom den "Grünen Star", ein Begriff, der auch deshalb nicht mehr benutzt werden sollte, weil er zu Verwechslungen mit dem "Grauen Star" geradezu einlädt. Dieser ist eine Trübung der Augenlinse, wird in der medizinischen Terminologie Katarakt genannt und ist mit einer Operation gut zu behandeln.
Wenn man die Unterschiede zum Grauen Star herausstellt, wird indes besonders eindringlich deutlich, wie gefährlich das Glaukom ist.

Beim Grauen Star merkt der Patient aufgrund einer fortschreitenden Sehverschlechterung selbst, dass mit seinen Augen etwas nicht in Ordnung ist. Das Glaukom hingegen verläuft oft ohne Symptome. Wenn dem Betroffenen ein Verlust der Sehfunktion bewusst wird, ist die Schädigung des Sehnervs schon weit fortgeschritten. Ein Patient mit Grauem Star geht von sich aus wegen der Sehverschlechterung zum Augenarzt. Da im Prinzip jeder Gefahr läuft, an einem Glaukom zu erkranken ohne dies rechtzeitig zu bemerken, muss die Öffentlichkeit durch Aufklärung auf diese Gefahr aufmerksam gemacht werden und darauf, dass der Verlust des Sehvermögens im Falle eines Glaukoms nur durch Früherkennungsuntersuchungen beim Augenarzt vermieden werden kann.

Nach einer Katarakt-Operation kann der Patient oft wieder erstaunlich gut sehen.
Ein durch Glaukom verursachter Schaden hingegen lässt sich so gut wie nie wieder rückgängig machen. Beim Glaukom kann man nur versuchen, das noch verbliebene Sehvermögen zu erhalten und die Blindheit zu verhindern. Das Auge ist Ihr wertvollstes Sinnesorgan. Kein anderes kann Ihnen so viele Eindrücke vermitteln.

Wie viele Menschen sind vom Glaukom betroffen?
Das Glaukom ist eine Volkskrankheit. In Deutschland haben etwa 3 Millionen Menschen einen zu hohen Augeninnendruck (Vorstufe des Glaukoms) und rund 800.000 Menschen sind an einem Glaukom erkrankt. Die Häufigkeit des Glaukoms steigt mit zunehmendem Lebensalter. Es tritt einschließlich seiner Vorstufen bei gut 2,4 Prozent aller Personen ab dem 40. Lebensjahr auf. Jenseits des 75. Lebensjahres liegt die Häufigkeit bereits zwischen 7 und 8 Prozent. Das Lebensalter steht unter den allgemeinen Risikofaktoren also an erster Stelle.

Weitere Risikofaktoren neben einem erhöhten Augeninnendruck sind:
- familiäre Glaukombelastung in der Verwandtschaft ersten Grades
- höhere Kurzsichtigkeit ab minus 5 Dioptrien
- Zugehörigkeit zur schwarzen Rasse

Lebensgewohnheiten, Beruf und Ernährung haben nach heutiger Kenntnis keinen Einfluss auf die Entstehung eines Glaukoms. Bei einem bereits vorhandenen Glaukom stellt jede Form von Nikotin-Konsum eine zusätzliche Gefährdung dar. Vor maßvollem Alkoholgenuss braucht nicht gewarnt zu werden.

Diabetiker haben kein erhöhtes Glaukomrisiko; es sei denn, ihre Augen weisen bereits erhebliche krankhafte diabetische Veränderungen auf, die dann ein Sekundärglaukom bewirken können.

Wie kann ein Glaukom entdeckt werden?
Gerade das komplexe Bild des Normaldruckglaukoms macht es deutlich: Eine Messung des Augeninnendrucks allein (wie sie von nicht-medizinischen Berufsgruppen angeboten wird) ist für die Früherkennung des Glaukoms völlig unzureichend. Die Diagnose kann nur durch eine eingehende augenärztliche Untersuchung gestellt werden, in deren Zentrum der Sehnerv-Check steht. Die Untersuchung ist schmerzfrei, belastet nicht und dauert nicht lange.
Momentan werden die Kosten der Untersuchung nicht von den Krankenkassen übernommen. Die für Sehnerv-Check und Augendruckmessung erhobene Summe von ca. 20 Euro ist jedoch eine sinnvolle Investition in die Gesundheit Ihres wichtigsten Sinnesorgans.

Wer sollte zur Früherkennungsuntersuchung zum Augenarzt gehen?
Personen ab dem 40. Lebensjahr haben eine höhere Wahrscheinlichkeit an Glaukom zu erkranken, ebenso wie Patienten mit familiärer Vorbelastung. Auch Kurzsichtige und Diabetiker mit fortgeschrittenen Augenveränderungen neigen eher dazu, an Glaukom zu erkranken als Gesunde. Normaldruckglaukompatienten leiden, wie erwähnt, häufig unter anderen Manifestationen einer Zirkulationsstörung der kleinsten Gefäße. Diese Patienten haben oft einen auffallend niedrigen Blutdruck. Der Augenarzt wird sie in Absprache mit dem Hausarzt oder Internisten behandeln.

Früherkennung ist der erste Schritt zum Erhalt des Sehvermögens. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich regelmäßig beim Augenarzt einer Glaukom-Vorsorge unterziehen. Der Augenarzt nimmt eine gezielte Untersuchung des Sehnervs vor und bewertet sie zusammen mit der Messung des Augeninnendrucks.

Behandlung des Glaukoms:
Das Ziel der Therapie des Glaukoms ist eine ausreichende Augeninnendrucksenkung und ein damit verbundener Schutz des Sehnerves vor einer weiteren Schädigung. Heute wird dieses Ziel überwiegend durch eine rein konservative Therapie mit Augentropfen erreicht. In einzelnen Fällen kann jedoch eine Operation zu einer weiteren Drucksenkung verhelfen:
Bei der Lasertrabekuloplastik wird das Trabekelmaschenwerk etwas aufgeweitet, so dass das Kammerwasser wieder besser abfließen kann und der Augeninnendruck sinkt. Die Laseriridotomie schafft eine zusätzliche Verbindung zwischen Vorder -und Hinterkammer und kann so die Zirkulationsverhältnisse im Auge sichern oder sogar verbessern und damit eine drastische Augeninnnendruckerhöhung verhindern. Bei der tiefen Trabekulotomie und Trabekelektomie wird der bestehende Abfluss verbessert bzw. eine neue künstliche Verbindung aus dem Auge geschaffen, worüber das Kammerwasser wieder besser abfließen kann.

Dr. O. Schütte

Herr Dr. Oliver Schütte, Jahrgang 1970, studierte Humanmedizin an der Universität Ulm von 1991 bis 1998. Seine Promotion erfolgte 1999 im

... mehr erfahren

Diagnostik

Brillenanpassung einschließlich Spezialbrillen (Computerarbeitsplatz)

... mehr erfahren

Unsere Öffnungszeiten

Wir stehen Ihnen persönlich zu folgenden Zeiten zur Verfügung:
Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00/18.00 Uhr
Die Sprechstundenzeiten können, je nach Bedarf, variieren. Wir bieten teilweise Sprechstunden ab 7.00 Uhr morgens, oder auch bis 20.00 Uhr abends an.
Bitte fragen Sie unser freundliches Personal, wann diese verlängerten Sprechstunden jeweils stattfinden.